Mittwoch, 29. Februar 2012

Nähecke

Meine Stoffe lebten von Anfang an in Stoffkisten. Vor dem Umzug nach Paris habe ich gründlich ausgemistet und mich auf zwei Kisten beschränkt. Inzwischen geht es mir allerdings fürchterlich auf die Nerven, jedes mal die Kisten unterm Schreibtisch herausziehen zu müssen und dann darin herumzuwühlen. So habe ich sie heute mal wieder durchgesehen, Inventur betrieben, und sie - nach Sorten sortiert - in zwei Regalfächer einsortiert. Soviel ist es eigentlich gar nicht - sehr gut!

Und so sieht sie aus, die Nähecke:

Klick macht groß

Dienstag, 28. Februar 2012

Des Bügelbretts Erlösung

Ich mag gelb nicht. Und ich glaube, das Bügelbrett auch nicht. So dankbar ich bin, dank Zusammenziehens nun endlich ein richtiges Bügelbrett zu haben statt des Ikea-Tischbügelbrettchens, so grausam fand ich seinen Bezug.

Da war das alte verratzte Gummiband schon ab.


Abhilfe war aber schnell geschafft. Beziehungsweise wäre schnell geschafft gewesen, wenn ich das Gummiband nicht erst zu locker angenäht hätte und es daher noch mal abtrennen musste. Und praktischerweise kann ich so dem Sechseckwahn frönen, ohne überhaupt zu patchworken. Gnähähä.

Im Hintergrund mein geliebtes low-tech Bügeleisen.

Montag, 27. Februar 2012

Heute mal seriös

In meinem Alter muss man sich eventuell mal anständig anziehen, und daher habe ich diesen Schnitt aus der Burda 1/2006 verwurstet. Das Foto ist grottig, aber es ist mal wieder viel zu duster. So müsst ihr mir dann wohl glauben, was ich dazu sage.


Der Stoff ist ein Coupon aus Paris, Baumwolle.

Das Jacket war ziemlich aufwändig, und ich habe wirklich, wirklich ordentlich gearbeitet. Ein, zwei kleine Schnitzer sind drin, aber die sind sehr gut versteckt. Alles in allem bin ich damit sehr zufrieden. Die Knöpfe sind diese hier - kleine Sphinxen, denn irgendwo hat auch die Seriosität ein Ende.

Die Hose ging viel schneller, aber hat mich auch wieder daran erinnert, warum Burda-Hosenschnitte und ich einfach keine gute Kombination sind. Am Bund oberhalb der Taschen bildet sich eine seltsame Falte, als ob der Schnitt hätte runder sein müssen. Beim Reißverschluss habe ich mich schlussendlich gefragt, ob die völlig spinnen - da ist nichts, was das überlappende Teil davon abhält, alles andere zu tun als glatt anzuliegen, und natürlich steht es schön ab. Ich habe nun noch eine Lasche angenäht, die das Ding an seinem Platz hält, was aber sowieso unsichtbar ist, weil es ja eine Burdahose ist, das heißt, sie sitzt fürchterlich weit oben. Brauche dringend bessere Hosenschnittmuster!

Mittwoch, 22. Februar 2012

Und so näh' ich mir die Welt, wie sie mir gefällt

Die Notwendigkeit einer zweiten Sporthose, die nicht voll mit Magnesia vom Bouldern ist, führte mich zu diesem Miststück aus weißem Stoff, dass ich vor langer, langer, wirklich langer Zeit mal bei Hasi&Mausi erstand. Diese Hose hatte einen völlig unsäglichen Verschluss. Keinen Schlitz, sondern eine Art dreieckige Falte, die das Kleidungsstück dann mit Hilfe von Klettverschluss und zwei Druckknöpfen am Platz halten soll. Das funktioniert natürlich nicht, denn sie sitzt recht hoch - einmal tief in den Bauch einatmen, und die Knöpfe springen auf. Das hatte H&M wohl auch gemerkt, deswegen war noch ein Gürtel dabei, selbstverständlich auch mit Klettverschluss, sprich, relativ ungeeignet für Sport, bei dem man sich tatsächlich bewegt. Für ein Schachturnier wäre sie vermutlich gerade noch geeignet gewesen.

Schon lange Zeit hatte ich vor, der Hose einen vernünftigen Verschluss zu verpassen, damit ich sie endlich tragen kann, ohne sie alle fünf Minuten wieder hochziehen und zumachen zu müssen. Doch jedes Mal, wenn ich mir die wilde Konstruktion ansah, verließ mich der Mut. Nun ließ es sich jedoch nicht länger aufschieben, und ich habe so gründlich gepfuscht, wie noch nie. Natürlich hätte man das auch ordentlich machen können. Dazu hätte aber der ganze Bund ab gemusst, und den Schritt hätte ich wohl auch komplett rausschneiden und ersetzen müssen. Aber nein, dazu reichte die Motivation nun doch nicht. Völlig ohne Plan Teile aufgeschnitten, abgesäbelt, woanders wieder angenäht, nichts versäubert und so weiter. Das Resultat sieht dennoch erstaunlich ordentlich aus, zumindest von außen.

Hier sieht man auch die abenteuerliche Gürtelführung - Tunnel da, Schlaufen hier. Das, was übersteht, ist ein Teil des ehemaligen Gürtels.


Von innen ist es etwas chaotischer, wenn man genauer hinsieht. Einen hellen Reißverschluss hatte ich natürlich nicht. Zwei der Druckknöpfe konnten an ihrer Originalposition bleiben. Den einen anderen habe ich ausgeschnitten und auf das Stück überstehenden Gürtel genäht. Den anderen um ein Stück Gürtel gewickelt, festgetackert und das ganze als Untertritt benutzt.


So, ich hoffe, es hält nun! Man darf gespannt sein. Und nun zurück zu meinem momentanen Hauptprojekt, bei dem ich unfassbar ordentlich nähen muss...